Vögel in und um Rheinland-Pfalz

Parus montanus (Weidenmeise)

Überregionale Verbreitung

Von Großbritannien über die nördlichen und gemäßigten Zonen bis zum Pazifik, südlich etwa bis zur Linie der Alpen. Vom Tiefland bis zur Baumgrenze höherer Berglagen. Starke Bestandsschwankungen infolge von harten Wintern. Der europäische Gesamtbestand wird auf 4,4 - 6,1 Mio. BP geschätzt und gilt als stabil (HAGEMEIJER & BLAIR 1997). Die historischen Bestandswerte sind nur bedingt zurück verfolgbar, da erst ab 1920 eine feldornithologische Unterscheidung gegenüber der Sumpfmeise möglich war (BAUER & BERTHOLD 1997). Den Pfälzerwald hat die Weidenmeise vermutlich erst ab Mitte der 1950er Jahre besiedelt (GROH 1976 mit den ersten beiden Brutnachweisen 1969 bzw. 1974).

Regionale Verbreitung

Die Weidenmeise ist ein regelmäßi­ger Brut- und Jahresvogel in geeigne­ten Lebensräumen in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz. Die bisherigen 78 Mel­dungen liegen relativ gleichmäßig über alle Landesteile verstreut vor. Die relativ geringe Anzahl an Meldungen lässt keine Rückschlüsse auf die Häufigkeit der Art zu. Für Laien ist die Weidenmeise schwer von der Sumpfmeise zu unterscheiden, wodurch sicher einige Beobachter auf­grund von Bestimmungsunsicherheit die Art nicht melden. Auch anhand von Fotos kann eine Zuordnung zu einer der beiden Arten durch Experten nicht immer gelingen.

Lebensraum

Die Weidenmeise lebt in unterschied­lichen Wald- und Gehölzhabitaten, wo sie Weiden und andere Weichhölzer mit morschem Holz vorfindet. Feuchte Habi­tate (z.B. Au-, Bruch- und Sumpfwälder) und Birkenmischwälder werden gegen­über trockeneren Laub- und Mischwäl­dern bevorzugt. Auch in Feldgehölzen, Parks und verwilderten Gärten kann man die Weidenmeise beobachten. Im Winter sucht die Art auch Futterstellen in Sied­lungsbereichen auf.

Fortpflanzung

Höhlenbrüter in meist selbstgehackten Bruthöhlen, selten in Nistkästen. Angefangene Spechthöhlen können fertiggebaut werden. Neststandort meist in 0,3 - 10 m Höhe. Erkennen offenbar morsches Holz, da nach BEZZEL (1993) Hackversuche an Lebendholz nicht beobachtet wurden. Auch morsche Pfosten und Maste werden bearbeitet. Eiablage ab Ende April, Anfang bis Mitte Mai. Gelegegröße 5 - 10, meist 7 - 9 Eier, die Anzahl der Eier korreliert mit der Nestfläche. Brutdauer 13 - 15 Tage, Nestlingsdauer 17 - 20 Tage. Meist nur eine Jahresbrut.

Nahrung

Insekten und deren Larven, Spinnen sowie ab Spätsommer auch Sämereien, wobei lokal auch Koniferensamen verzehrt werden.

Verhalten

Tagaktiv. Nahrungssuche vergleichbar Sumpfmeise. Außerhalb der Fortpflanzungsperiode einzeln und paarweise, auch in Trupps sowie mit anderen Meisen vergesellschaftet.

Gefährdung

Neben Wintereinbußen entstehen häufig durch den Buntspecht Brutverluste. Die Hauptgefährdungsursachen sind aber Zerstörung oder Fehlen von Lebensraumkomponenten wie Totholz infolge von intensiver Durchforstung, und Trockenlegung von Gehölzflächen.

Gesetzlicher Schutz und Gefährdungseinstufung

Informationen über den Gefährdungsstatus bei ARTeFAKT.

Meldungen dieser Art in Deutschland und angrenzenden Gebieten

Artenportrait bei nabu-naturgucker.de.

Verwechslungsgefahr

Weidenmeise und Sumpfmeise können leicht verwechselt werden und sind relativ schwierig zu unterscheiden. Der schwarze Kinnfleck der Sumpfmeise ist im Durchschnitt kleiner als der der Weidenmeise und ist etwas klarer abgegrenzt. Die Kopfplatte erscheint bei der Sumpfmeise glänzend, bei der Weidenmeise matt und sie zieht sich weiter in den Nacken. Im Gegensatz zu der Sumpfmeise bilden bei der Weidenmeise die weißlichen Außensäume der Armschwingen ein helles Flügelfeld, das im Frühjahr noch gut erkennbar, im Sommer oft kaum mehr zu sehen ist. Der Gesang der beiden Arten unterscheidet sich sehr deutlich und stellt ein sicheres Bestimmungsmerkmal dar. Der Lockruf der Sumpfmeise ist ein lautes, bestimmtes “ piTSCHÄ”, “ziziTSCHÄ” oder ein längeres “piTSCHÄ-de-de-de-de-d-e-de-DET”. Die Weidenmeise hängt 1- 2 kurze hohe Laute mit 2- 4 tieferen Tönen zu einem “zi zi DÄÄH DÄÄH DÄÄH” zusammen. Der Gesang der Weidenmeise besteht aus einer wehmütig klingenden Tonfolge, “ziÜ ziÜ ziÜ ziÜ ziÜ ziÜ”, und einer hellen, schwätzigen Folge mit trillerndem Schluss. Die Sumpfmeise hingegen hat einen monotonen Gesang mit mehreren Strophen, z. B. “tjüpp tjüpp tjüpp tjüpp …”, “WÍta-WÍta-WÍta-WÍta…” oder “ti-jüpp ti-jüpp ti-jüpp”. Im Allgemeinen ist die Sumpfmeise die häufigere von beiden Arten und z. B. an Futterhäuschen eher anzutreffen (SVENSSON et al. 1999).

Häufigkeit der Meldungen im Jahresverlauf

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Die Weidenmeise kann in Rheinland-Pfalz ganzjährig beobachtet werden.


ArtenFinder-Meldekarte

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