Vögel in und um Rheinland-Pfalz

Cygnus olor (Höckerschwan)

Überregionale Verbreitung

Als Wildvogel noch in Schweden und E-Europa, sonst halbwilde und angesiedelte Populationen. Der europäische Bestand wird auf ca. 45 - 53 T. BP geschätzt und gilt als stabil (HAGEMEIJER & BLAIR 1997). In M-Europa brüten etwa 15 - 20 T. BP, wobei es noch einen relativ hohen Nichtbrüterbestand gibt (zit. in BAUER & BERTHOLD 1997).

Regionale Verbreitung

Rund 780 Meldungen seit 2010 aus Rheinland-Pfalz belegen, dass der Höckerschwan hierzulande in geeigne­ten Lebensräumen weit verbreitet ist. Es handelt sich um einen halbwilden Brut-und Jahresvogel. Die Brutpopulation wird überwiegend aus vorsätzlich oder versehentlich ausgesetzten Vögeln rek­rutiert. Verbreitungsschwerpunkte befinden sich entlang des Rheins im nördli­chen Oberrhein-Tiefland.

Lebensraum

An größeren Fließ- und Altgewässern, vegetationsreichen Seen und Teichen sowie angesiedelt auf Parkgewässern. Ernährt sich von Wasserpflanzen, weidet bei Gelegenheit auch auf Winterraps.

Fortpflanzung

Neststand an unzugänglichen Uferbereichen oder Inseln auf erhöhten, bevorzugt trockenen Stellen. Nest von beiden Partnern aus Pflanzen der direkten Umgebung wie Schilf und Binsen aufgeschichtet, ca. 30 cm hoch und 1 - 2 m im Durchmesser. Ältere Nester können überbaut werden, so dass Umfang und Höhe beträchtlich zu nehmen können. Die 5 - 8 Eier werden meist ab Mitte April gelegt, gelegentlich früher. Brutdauer ca. 35 Tage. Die Jungschwäne erreichen mit ca. 20 Wochen die volle Flugfähigkeit, bleiben aber im Revier, bis sie vom männlichen Elternvogel im Winter oder Frühjahr vertrieben werden. Eine Jahresbrut (BAUER & GLUTZ 1979).

Nahrung

Blätter, Sprosse und andere Teile von Wasser- und Sumpfpflanzen sowie Gras, gelegentlich auch Kleintiere wie Wasserinsekten und Würmer. Fischlaich bzw. Fischbrut wurde als Nahrung nicht festgestellt (BAUER & GLUTZ 1979).

Verhalten

Tag- und nachtaktiv. Überwiegend im Wasser, bewegt sich an Land nur langsam, meist nur zum Ruheplatz. Flug mit gleichmäßigen kräftigen und hörbaren Flügelschlägen (Pfeifton) und gestrecktem Hals. Startet vom Wasser mit langer Anlaufphase. Nahrungserwerb hauptsächlich durch Schnattern an der Wasseroberfläche sowie durch Gründeln mit eingetauchtem Hals, wobei der Hinterkörper mehr oder weniger weit angehoben wird. Gräser und andere Landpflanzenteile werden abgerupft.

Schutzmaßnahmen

Aufgrund der gebietsweise hohen Bestandssituation sind keine besonderen Schutz Maßnahmen nötig. Es sollten auch keine Höckerschwäne gefüttert werden, um die Bestände nicht künstlich zu hoch werden zu lassen.

Gefährdung

Störung am Brutplatz in Naherholungsgebieten sowie bakterielle Infektionskrankheiten wie Botulismus (zit. in BAUER & BERTHOLD 1997).

Gesetzlicher Schutz und Gefährdungseinstufung

Informationen über den Gefährdungsstatus bei ARTeFAKT.

Meldungen dieser Art in Deutschland und angrenzenden Gebieten

Artenportrait bei nabu-naturgucker.de.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungsgefahren bestehen mit Sing- und Zwergschwänen. Der Singschwan hat einen schlanken Hals, der Kopf wird meist gerade gehalten und der Schnabel besitzt eine gelbe Breite und schwarze Spitze. Der Zwergschwan ist deutlich kleiner als die beiden anderen Arten (gänsegroß) und der gelbe Fleck am Schnabel reicht nicht über den Nasenhöcker.

Häufigkeit der Meldungen im Jahresverlauf

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Der Höckerschwan kann in Rheinland- Pfalz ganzjährig beobachtet werden. In den Wintermonaten ist die Präsenz höher, da dann Wintergäste hinzukom­men. Beim Höckerschwan kann von einer hohen Meldezahl nicht auf eine hohe Individuenzahl geschlossen werden, da viele Fundmeldungen von einzelnen, von Beobachtern immer wieder aufgesuchten Gewässern stammen.


ArtenFinder-Meldekarte

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